Bezahlbares Bauen: Martin Dornieden hält Vortrag bei Immobiliennacht

Strengere gesetzliche Anforderungen an Neubauten, steigende Baukosten, enorme Erwerbsnebenkosten und immer weniger ausgewiesenes Bauland zu stetig zulegenden Preisen: „Bezahlbarer Wohnraum = eine (un-)mögliche Mission?!“ Dieser Frage gingen die Teilnehmer der 8. norddeutschen Immobiliennacht des BFW Niedersachsen/Bremen nach.

Martin Dornieden, Geschäftsführer der DORNIEDEN Gruppe und Vorsitzender des BFW Landesverbands NRW, berichtete in seinem Vortrag, wie unterschiedlich hoch der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Durchschnittseinkommen in Deutschland mittlerweile sei: „Während eine Familie mit einem Kind für eine 110 Quadratmeter große Wohnung in Hamburg mittlerweile durchschnittlich 44,7 Prozent ihres Einkommens aufwenden muss, sind es in der Vulkaneifel nur etwa 12,7 Prozent.“ Die Stadt-Land-Schere gehe inzwischen weit auseinander.

Die Gründe für die insgesamt gestiegenen Wohnraumkosten seien vielfältig, so Dornieden. Immerhin rund 19 Prozent des Kaufpreises einer Wohnung entfielen auf die Grunderwerb- und Mehrwertsteuer. Der Anteil der Grundstückskosten an den Gesamtprojektkosten liege in Ballungszentren inzwischen bei bis zu 30 Prozent. Ein gemeinsames Gegensteuern von Bauwirtschaft und Politik sei daher notwendig, um Wohnraum flächendeckend wieder bezahlbarer zu machen: „Unsere Antwort auf den Kostenstruck sind standardisierte Baulösungen und optimierte Flächenausnutzungen in einigen Bausegmenten. Aber in der Breite gelingt es nur im Schulterschluss zwischen Immobilienwirtschaft und Politik, die Kosten für Wohnraum zu senken.“

Kosteneinsparungen durch Standardisierung

Das standardisierte Bauen ermögliche durch die Wiederholung gleicher Planungs- und Bauschritte eine höhere Effizienz sowie Fehlerminimierung. „Wir können als Projektentwickler vor allem im normierten Reihenhaus- und Geschosswohnungsbau Planungsprozesse verschlanken, über den Mengeneinkauf Geld sparen und die Bauzeiten durch straffere Abläufe verkürzen“, so Dornieden.

Wichtig sei jedoch, dass Kosteneinsparungen und Effizienzverbesserungen nicht von Mehrkosten durch höhere Auflagen und langwierigere Genehmigungsverfahren aufgezehrt würden. Auch die Politik müsse sich daher bewegen – auf Bundes-, Landes- sowie Kommunalebene.

Auf kommunaler Ebene sieht Dornieden vor allem bei den Planungs- und Genehmigungsverfahren Verbesserungsbedarf: „Schnellere Verfahren wären etwa durch die Benennung von Wohnungsbaukoordinatoren und eine Fremdvergabe von Planungsleistungen möglich.“ Außerdem sei eine Reduzierung der Grundstückskosten anzustreben – etwa durch die Dämpfung der Baulandpreise, eine erweiterte Ausweisung von Bauland ohne verteuernde Auflagen und eine Senkung der Hebesätze bei der Grundsteuer.

„Wenn beide Seiten jetzt zügig das ihnen Mögliche umsetzen, können wir die derzeitige Situation des Wohnungsmangels und der steigenden Preise innerhalb von wenigen Jahren entschärfen“, so der Chef der DORNIEDEN Gruppe. Dann könne die Eigentumsquote in Deutschland auch endlich steigen und im europäischen Vergleich aufholen.

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